Nonduale Meditation nach dem "Vijnana Bhairava Tantra"
Sa/So 29. - 30. Mai, Wien

Diese Praxis, oder vielmehr diese Sammlung von frei kombinierbaren sehr einfachen Praktiken, ist für alle Menschen geeignet, die nach Selbsterfahrung und spiritueller Erkenntnis suchen, unabhängig von Alter, Geschlecht, der Umgebung von Familie und Beruf, es ist für Anfängerinnen genauso zugänglich wie für erfahrende Übende irgend einer spirituellen Tradition.
Nondual: Der starke Dualismus, der alte religiöse Lehren (westliche und östliche) genauso durchzieht wie die zeitgenössische esoterische Szenerie, wird von allen Anfang an durchbrochen.
Hier gibt es nichts mehr oder weniger göttliches, mehr oder weniger heiliges, reines und unreines,
innere und äußere Welt werden vollständig als Manifestation einer grundlegenden Energie verstanden (und erfahren!), welche dem nicht-unterscheidendem Bewusstsein erscheint.
Es gibt keinen vorgegebenen Stufenweg, keine zu befolgenden Vorschriften, keinen Glauben woran auch immer, keine Schnörkel und Ornamente wie zum Beispiel religiöse Kulthandlungen oder kulturspezifische Konzepte.
Meditation: es gibt viele Arten der Meditation und viele Ziele dabei.
Hier geht es darum, die eigentliche Natur des Bewusstseins individuell zu erfahren, was das bedeutet, ist in keiner Weise durch intellektuelle Konzepte vorgegeben, sondern gleicht einer völlig offenen, raumgleichen, sich immer mehr vertiefenden und nie erschöpfenden Erfahrung. Keine zwei Erfahrungen dieser Art sind gleich.
Vijnana Bhairava: Vijnana (Sanskrit) bedeutet (vollständige) Erkenntnis, was aber nicht als intellektuelles Verstehen zu deuten ist, sondern als eine das ganze Leben durchdringende Erfahrung.
Bhairava ist ein Name der indischen Gottheit Shiva. Im Zusammenhang mit diesem Text hat das nichts zu tun mit Bildern oder Mythen, die sich auf Shiva beziehen (bildhafte Formen werden sogar als Lehren für Kinder bezeichnet, vgl. VBT Vers 13). Es geht um den Bewusstseinszustand von Shiva, welcher nondual ist, dieser Zustand ist potentiell in jedem Wesen angelegt. Es ist nichts indisches oder religiöses in der üblichen Assoziation des Wortes darin, sondern es geht um die Natur des menschlichen Geistes und eine Methode, genau genommen eine Vielzahl gleichwertiger Methoden, um diese Natur selbst zu erfahren.
Tantra: Bezeichnet ursprünglich eine mystische Geheimlehre (im Gegensatz zu offener religiöser Handlung). Es gibt einerseits die dualistische Orthodoxie der Hindus und Buddhisten, welche immer eine große Kluft zwischen der Gottheit bzw. der Buddhaschaft und der Meditierenden sieht,
andererseits die Geheimlehre (Tantra) oder die nonduale Praxis, welche die Identität mit der Gottheit bzw. dem Buddha zur bleibenden Erfahrung der Meditierenden macht. Die Angelegenheit wird noch mehr verwirrt, weil im zeitgenössischen tibetischen Buddhismus, der eigentlich eine tantrische Richtung darstellt, viele Meister die Lehren in sehr dualistischer Weise präsentieren.
Im 20. Jahrhundert hat sich im Westen das "erotisch-therapeutische Tantra" entwickelt, welches mit den ursprünglichen Tantras zwar eine gewisse Verbindung hat, aber den Schwerpunkt auf das Feld von Beziehungen und Erotik lenkt. Dabei werden viele therapeutische und kommunikative westliche Techniken verwendet, was den eigentlichen Kern der Lehren ganz verdecken kann.
Über den Text des Vijnana Bhairava Tantra


Die beste kommentierte Übersetzung, direkt aus dem Sanskrit ins Deutsche, bietet dieses Werk:
Bettina Bäumer: Vijnana Bhairava - Das Göttliche Bewusstsein
(Amazon Link, kann mit ISBN 978-3458720065 in jeder Buchhandlung bestellt werden)
Die Übersetzerin hat unter der Anleitung eines Meisters der Tradition des tantrischen, aus Kashmir stammenden, Shivaismus die Lehren praktiziert. Der Kommentar beruht auf mündlichen Erläuterungen dieses Meisters, dem Hintergrundwissen einer Sanskritologin und offenkundig auf eigener Meditationserfahrung (die im Text angenehm dezent durchscheint).
Der Text beschreibt summarisch über hundert Wege zum nondualen Zustand, es handelt sich einerseits um formale Meditationsmethoden verschiedener Schwierigkeitsgrade, andererseits um Methoden, aus Alltagserfahrungen ohne formale Meditation eine Transformation in den nondualen Zustand zu gewinnen. Man kann theoretisch nur mit Hilfe des Buches zu meditieren beginnen, in der Praxis wird es sich aber als hilfreich erweisen, ab und zu mit anderen erfahrenen Übenden gemeinsam zu praktizieren und über die Lehren zu kommunizieren.
Wir werden wesentliche Übungen aus dem Text herausgreifen, erklären, miteinander üben und Fragen dazu besprechen. Am Ende des Seminars wird allen Teilnehmern klar sein, wie die meisten Übungen durchzuführen sind und wie die Vorgangsweise aussieht, um zu den spirituellen Erfahrungen zu gelangen, welche der Text beschreibt.
Zeit, Ort, Organisation
Zeiten:
Sa 29. Mai, 10.00 - 13.00, 15.00 - 18.00, 18.30 - 21.00
So 30. Mai, 10.00 - 14.00, 16.00 - 19.00
Ort: Kuefsteingasse 46/3, Nähe U3 Kendlergasse
Für Teilnehmerinnen, die von weit her nach Wien kommen, ist es im allgemeinen möglich, privat eine kostenfreie Unterbringung zu organisieren, bitte diesen Wunsch bei Anmeldung bekannt geben.
Kostenbeitrag 150,-
Anmeldevorgang:
1. Anmeldung per Mail
2. Überweisung von 50.-, Zahlungszweck "Seminar Vijnana", Überweisung plus Anmeldung = feste Reservierung.
3. Die restlichen 100,- sind zu Seminarbeginn in bar fällig.
Kontakt und Konto
Die Teilnehmeranzahl ist auf 12 beschränkt, bitte möglichst früh anmelden. Sollte das Seminar ausgebucht sein, wird das hier unverzüglich bekannt gegeben, d. h. solange hier nichts anderes steht, sind noch Plätze frei.
" Wenn man einen wolkenlosen Himmel betrachtet und dabei seinen Blick fixiert und sich ganz regungslos verhält, dann, O Göttin, erlangt man im selben Augenblick die göttliche Wesensnatur."
VBT Vers 84
"Die Natur des Bewußtseins ist in allen Körpern anwesend, darin besteht keine Unterscheidung. Wenn man daher so meditiert, dass alles von Bewußtsein durchdrungen ist, dann überwindet man die Welt des Werdens."
VBT Vers 100
"Die Einsicht, die durch intensive liebende Hingabe in einer Person entsteht, die (innerlich) losgelöst ist, ist die göttliche Energie. Man soll beständig darüber meditieren - dann wird man zu Shiva."
VBT Vers 121
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