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Nonduale Meditation nach dem "Vijnana Bhairava Tantra"

26. und 27. Juli 2008, Wien




Diese Praxis, oder vielmehr diese Sammlung von frei kombinierbaren sehr einfachen Praktiken, ist für alle Menschen geeignet, die nach Selbsterfahrung und spiritueller Erkenntnis suchen, unabhängig von Alter, Geschlecht, der Umgebung von Familie und Beruf, es ist für Anfängerinnen genauso zugänglich wie für erfahrende Übende irgend einer spirituellen Tradition.

Frei: Es gibt keinen vorgegebenen Stufenweg, keine zu befolgenden Vorschriften, keinen Glauben woran auch immer, keine Schnörkel und Ornamente wie zum Beispiel religiöse Kulthandlungen oder kulturspezifische Konzepte.

Nondual: Der starke Dualismus, der alte religiöse Lehren (westliche und östliche) genauso durchzieht wie die zeitgenössische esoterische Szenerie, wird von allen Anfang an durchbrochen. Hier gibt es nichts mehr oder weniger göttliches, mehr oder weniger heiliges, reines und unreines, innere und äußere Welt werden vollständig als Manifestation einer grundlegenden Energie verstanden (und erfahren!), welche dem nicht-unterscheidendem Bewusstsein erscheint.

Um eine Vorstellung von Nondualität zu geben und um vielleicht ganz irrige Vorstellungen zu relativieren, die der Begriff Nondualität oft erweckt, habe ich hier zwei Abhandlungen über Nondualität verfasst, die sich zum Teil überschneiden. Es ist nicht erforderlich, dass alles zu verstehen, um am Seminar teilzunehmen, Nondualität ist eine Erfahrung, die durch sehr einfache Übungen erlangt werden kann. Mindestens zwei Drittel der Zeit wird der Übung gewidmet sein, der Rest dient zur Erklärung und Diskussion.

Nondualität für Adeptinnen (hauptsächlich von der Warte der westlichen magischen Tradition)
Nondualität für Erleuchtungswillige (hauptsächlich für Vajrayana-Buddhisten)

Meditation: es gibt viele Arten der Meditation und viele Ziele dabei. Hier geht es darum, die eigentliche Natur des Bewusstseins individuell zu erfahren, was das bedeutet, ist in keiner Weise durch intellektuelle Konzepte vorgegeben, sondern gleicht einer völlig offenen, raumgleichen, sich immer mehr vertiefenden und nie erschöpfenden Erfahrung. Keine zwei Erfahrungen dieser Art sind gleich.

Vijnana Bhairava: Vijnana (Sanskrit) bedeutet (vollständige) Erkenntnis, was aber nicht als intellektuelles Verstehen zu deuten ist, sondern als eine das ganze Leben durchdringende Erfahrung. Bhairava ist ein Name der indischen Gottheit Shiva. Im Zusammenhang mit diesem Text hat das nichts zu tun mit Bildern oder Mythen, die sich auf Shiva beziehen (bildhafte Formen werden sogar als Lehren für Kinder bezeichnet, vgl. VBT Vers 13). Es geht um den Bewusstseinszustand von Shiva, welcher nondual ist, dieser Zustand ist potentiell in jedem Wesen angelegt. Es ist nichts indisches oder religiöses in der üblichen Assoziation des Wortes darin, sondern es geht um die Natur des menschlichen Geistes und eine Methode, genau genommen eine Vielzahl gleichwertiger Methoden, um diese Natur selbst zu erfahren.

Tantra: Bezeichnet ursprünglich eine mystische Geheimlehre (im Gegensatz zu offener religiöser Handlung). Es gibt einerseits die dualistische Orthodoxie der Hindus und Buddhisten, welche immer eine große Kluft zwischen der Gottheit bzw. der Buddhaschaft und der Meditierenden sieht, andererseits die Geheimlehre (Tantra) oder die nonduale Praxis, welche die Identität mit der Gottheit bzw. dem Buddha zur bleibenden Erfahrung der Meditierenden macht. Die Angelegenheit wird noch mehr verwirrt, weil im zeitgenössischen tibetischen Buddhismus, der eigentlich eine tantrische Richtung darstellt, viele Meister die Lehren in sehr dualistischer Weise präsentieren. Im 20. Jahrhundert hat sich im Westen das "erotisch-therapeutische Tantra" entwickelt, welches mit den ursprünglichen Tantras zwar eine gewisse Verbindung hat, aber den Schwerpunkt auf das Feld von Beziehungen und Erotik lenkt. Dabei werden viele therapeutische und kommunikative westliche Techniken verwendet, was den eigentlichen Kern der Lehren ganz verdecken kann. Dazu zwei Texte von meiner buddhistischen Webseite:

Überblick buddhistisches Tantra

Über die Wechselbeziehungen zwischen buddhistischem und erotisch-therapeutischem Tantra

Überblick Hindu-Tantra (externe Seite)


Über den Text des Vijnana Bhairava Tantra

Die beste kommentierte Übersetzung, direkt aus dem Sanskrit ins Deutsche, bietet dieses Werk:
Bettina Bäumer: Vijnana Bhairava - Das Göttliche Bewusstsein
(amazon Link, kann mit ISBN 978-3458720065 in jeder Buchhandlung bestellt werden)

Die Übersetzerin hat unter der Anleitung eines Meisters der Tradition des tantrischen, aus Kashmir stammenden, Shivaismus die Lehren praktiziert. Der Kommentar beruht auf mündlichen Erläuterungen dieses Meisters, dem Hintergrundwissen einer Sanskritologin und offenkundig auf eigener Meditationserfahrung (die im Text angenehm dezent durchscheint).

Der Text beschreibt summarisch über hundert Wege zum nondualen Zustand, es handelt sich einerseits um formale Meditationsmethoden verschiedener Schwierigkeitsgrade, andererseits um Methoden, aus Alltagserfahrungen ohne formale Meditation eine Transformation in den nondualen Zustand zu gewinnen. Man kann theoretisch nur mit Hilfe des Buches zu meditieren beginnen, in der Praxis wird es sich aber als hilfreich erweisen, ab und zu mit anderen erfahrenen Übenden gemeinsam zu praktizieren und über die Lehren zu kommunizieren.


Zeiten und Organisation

Samstag 26. 7. 10.00 - 13.00, 15.00 - 18.00, 18.30 - 21.00
Sonntag 27. 7. 10.00 - 13.00. 15.00 - 19.00

Ort: Gablenzgasse 38, 1160 Wien (Nähe Lugnercity, U6 Burggasse) bei Porta Vitae läuten, Innenhof, Außenstiege hinauf.

Kostenbeitrag 120,-
Für Teilnehmerinnen, die von weit her nach Wien kommen, ist es im allgemeinen möglich, privat eine kostenfreie Unterbringung zu organisieren, bitte diesen Wunsch bei Anmeldung bekannt geben.
Anmeldung unbedingt erforderlich, die Anmeldung wird nur durch Überweisung des Kostenbeitrags gültig.
Beschränkte Teilnehmeranzahl, bitte um frühzeitige Anmeldung. Nach telefonischer Rücksprache ist ein paar Tage vor dem Seminar auch eine Vereinbarung zur Barzahlung möglich. Sollte kein Platz mehr frei sein, wird das an dieser Stelle bekannt gegeben.

Kontakt und Konto


"Die Natur des Bewußtseins ist in allen Körpern anwesend, darin besteht keine Unterscheidung. Wenn man daher so meditiert, daß alles von Bewußtsein durchdrungen ist, dann überwindet man die Welt des Werdens. "

VBT Vers 100


"Die Einsicht, die durch intensive liebende Hingabe in einer Person entsteht, die (innerlich) losglöst ist, ist die göttliche Energie. Man soll beständig darüber meditieren - dann wird man zu Shiva."

VBT Vers 121




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