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Siebentägiges tantrisches Retreat

Vajrakila und Dzogchen

20. - 27. Juni 2009, St. Anna, Steiermark



Inhalt

Vajrakila ist eine der bedeutendsten und bekanntesten buddhistischen Tantras, die Praxis war schon in der Entstehungszeit der Tantras in Indien bekannt und wurde von Padmasambhava nach Tibet gebracht, dort wird sie in allen vier Hauptschulen des tibetischen Buddhismus (Nyingma, Sakya, Kagyu und Gelug) zum Kontrollieren und Zerstören von Hindernissen eingesetzt. Hindernisse bezieht sich auf Hindernisse auf dem spirituellen Pfad, das können äußere Hindernisse sein (z. B. kein Geld), innere Hindernisse (z. B. Idendifikation mit traumatischen Erfahrungen) und geheime Hindernisse (damit sind die Verdunkelungen der nondualen Sichtweise gemeint). Vajrakila ist im Gegensatz zu vielen anderen buddhistischen Tantras seit einigen Jahren sehr gut in westlichen Sprachen dokumentiert, daher ist es möglich, den ganzen Umfang der Kila-Lehren zu studieren und zu üben. Wie alle Yidam-Praktiken führt die Ausführung der Vajrakila Praxis sehr rasch zu höheren Bewußtseinskräften (Siddhis), insbesondere zur Manifestion der sogenannten vier magischen Buddha-Aktivitäten (Beruhigen, Vermehren, Kontrollieren und Zerstören). Eine Einführung in die vier Arten der Vajrakila-Praxis (Dzogchen, Erzeugung, Vollendung, magische Riten) wird hier gegeben:

Vajrakila - Einführung

Von den in diesem Text erwähnten vier Arten des Kila wird sich unsere Retreat auf zwei Arten beziehen:

Kila der Weisheit-Bewußtheit: Das ist der nonduale Dzogchen-Aspekt des Kila, die Übung dazu bezieht sich vor allem auf den "Samadhi des Raums", die Vereinigung des Geistes mit dem Raum der Umgebung, nach allen Richtungen gleichmäßig (auch nach unten, es geht nicht um den leeren Raum sondern den Raum, der alle Phänomene durchdringt). Die natürliche Umgebung, die wir auf unserem Retreatplatz haben, wird in die Praxis einbezogen.

Kila des ausstrahlenden Mitgefühls: Hier handelt es sich zunächst um die übliche Kila-Praxis, die Selbsterzeugung als dreigesichtige sechsarmige Kila-Gottheit in sexueller Vereinigung, darüber hinaus werden wir das Mandala der "Zehn zornvollen Könige" aktivieren, das sind die Kila-Emanationen in den zehn Raumrichtungen. Es geht dabei nicht, wie oft geglaubt wird, nur um Visualisationen, sondern diese Praxis soll dazu dienen, allmählich ein eigene Welt schöpfen zu können, die zu den eigenen grundlegenden Intentionen passt. Damit werden gleichzeitig die Hindernisse, welche typischerweise in unserer Kultur die Praktizierenden am Fortschreiten hindern, unter Kontrolle gebracht.




Ergänzung zur Praxis: Die Drei Dzogchen-Schützer

Am ersten Tag des Retreats praktizieren wir vor der Kila-Praxis eine Anrufung der Natur- und Lokalgeister, der Yakshas (Wald), Nagas (Wasser, unterirdisch), Nyen (Felsen, Erdoberfläche) etc. und geben diesen Opfergaben, danach rufen wir die drei hauptsächlichen Schützer der Dzogchen-Lehren, Ekajati, Rahula und Dorje Legpa.
Schützer (Dharmapala) sind sehr mächtige Dienstgeister, die den praktizierenden Yoginis und Yogis sowohl in weltlichen Angelegenheiten als auch in rein geistigen Dingen helfen und Schutz gewähren. Der Schutz bezieht sich auf äußere Feinde genau so wie auf innere Problematiken, speziell die Verwechslung des nondualen Dharma mit dualistischen intellektuellen Konzepten, d. h. der Projektion eigener Vorurteile auf die Lehren. Die Schützer bewahren vor allem diese nondualen Lehren, als Nebeneffekt stehen sie hinter den Praktizierenden dieser Lehren.
Dzogchen wird heutzutage oft mit dem tibetischem System des Stufenweges vermengt, doch die ursprünglichen Dzogchen Lehren haben nicht das geringste mit irgendwelchen Vorschriften des Tuns oder Lassens oder formalen Wiederholungen zu tun, kein einziger der frühen Dzogchen Meister hat hunderttausend Niederwerfungen (als Teil der vorbereitenden Übungen) oder ein Drei-Jahres-Retreat absolviert. Schon die bloße Projektion von Hoffnungen in die Zukunft (wie sie bei allen formalen Zähl-Praktiken immer mitschwingt) ist inkompatibel mit echtem Dzogchen.

Ekajati (Bild unten Mitte) ist die wichtigste Dzogchen Schützerin, sie ist eine zornvolle Erscheinungsform von Samantabhadri, der Yum des Adibuddha Samantabhadra. Sie ist von hexenhafter Natur, Vorsteherin der Mamos (hexenhafte weibliche Geister), sie beschützt die Lehren der Raum-Klasse von Dzogchen und die Lehren des Anu-Yoga (feinstoffliches Energiesystem, Tumo, Tsa Lung). Sie hat nur ein Auge und nur eine Brust, das symbolisiert Nondualität, die radikale Nicht-Unterscheidung, das Ende der intellektuellen Konzepte.

Rahula (Bild Links), auch Za genannt, ist ein Planetendämon mit 10 Gesichtern (eines am Bauch) und hunderten Augen. Er beschützt die Dzogchen-Lehren der Klasse der esoterischen Instruktionen und das Ati-Yoga (Dzogchen an sich oder als Endphase des Gottheitenyoga). Sein schlangenförmiger Unterleib ist mit den Nagas verbunden, den Geistern der Unterwelt, die neun oberen Gesichter stehen für die Planeten. Seine eigentliche Funktion liegt in den geheim gehaltensten Bereichen des Dzogchen, es gibt aber auch magische Anwendungen, die mit Rahula in Zusammenhang stehen, etwa die Beeinflussung des Wetters.

Dorje Legpa (Bild Rechts), der wohlwollende Vajra, ist ein weltlicher Naturgeist, seine Funktion besteht vor allem darin, die Praktizierenden im weltlichen Leben (Finanzen, Wettbewerb, berufliche Leistungen etc.) zu unterstützen. Er beschützt die Geistklasse der Dzogchen Lehren und das Maha-Yoga (die Mandalas der Erzeugungsphase wie Vajrakila, die acht Herukas und andere).

Die Schützer werden angerufen, während die Übende die Form von Vajrakila animmt, sie erhalten Opfergaben und werden an ihre Eide und Aufgaben erinnert, die ihnen von Padmasambhava übertragen wurden. Der 21. Juni 2009 ist der Tag vor dem Neumondtag, dieser wird in der Tradition immer der Schützerparxis gewidmet, außerdem fällt dieser Tag genau auf die Sommersonnenwende. Im weiteren Verlauf des Retreats machen wir am Ende jeder Kila-Praxis eine kurze Anrufung der drei Schützer.




Ort

Unser Retreatplatz (siehe Bilder auf dieser Seite) liegt in einem Forst in der Nähe von St. Anna, (Schwanberg, Bezirk Deutschlandsberg, Südl. Steiermark - Schilcherland - Koralpe). Der Forst umfasst 4 km2, in der Mitte liegt auf einer künstlich angelegten Lichtung mit Biotop und Feuerstelle unser Retreathaus, abgelegen, ungestört, da Grundstück geht nach unten bis in die Schlucht der Schwarzen Sulm, einem über Felsbrocken tosenden Wildbach. Wir benutzen den Ort seit 2002 regelmäßig, es ist ein wirklicher Kraftplatz, hervorragend geeignet, um im Freien zu praktizieren und die elementaren und lokalen geistigen Energien in die Praxis zu integrieren. Es sollte bedacht werden, dass die Tantras im alten Indien überwiegend unter freiem Himmel praktiziert wurden und keineswegs im inneren von Gebäuden, es handelt sich um naturnahe yogische und magische Verfahren, welche die lokalen Gegebenheiten einbeziehen (Mineralien, Flora, Fauna). Der Ort kann ohne Ortskenntnis nicht gefunden werden, keine Beschilderung, daher gibt es einen Treffpunkt in Schwanberg. Schwanberg ist mit dem Auto leicht erreichbar (eine Stunde von Graz, drei Stunden von Wien), es gibt auch eine Bahnverbindung.



Teilnahmebedingungen

Es sind keine Vorkenntnisse, Einweihungen oder andere formale Voraussetzungen erforderlich, einzig ernsthaftes Interesse an der Verwirklichung der Lehren des tantrischen Buddhismus. Die für die Ausübung der Praktiken erforderlichen Ermächtigungen werden vor Ort gegeben. Diese Ermächtigungen sind mit keinerlei Gelübden oder Bindungen an Traditionen oder Wahrheiten verbunden, die Texte und Instruktionen sind geheim zu halten und dürfen ohne meine schriftliche Genehmigung nicht weiter gegeben werden.
Das Rauchen ist nur auf einem einzigen Platz in der Nähe des Hauses gestattet, im Haus und im Wald herrscht Rauchverbot.
Ein Retreat ist kein Urlaub, der Zeitplan ist dicht, er enthält ausreichend Pausen, die Bereitschaft zur Mitarbeit bei allen Dingen die getan werden müssen (Feuer machen, Kochen etc.) wird vorausgesetzt, im Sinne eines richtigen Retreats gibt es kein Personal vor Ort.
Kommunikation per Telefon ist nur in wichtigen Ausnahmefällen vorgesehen - bei einem Retreat ist man normalerweise überhaupt nicht erreichbar.
Mitzunehmen:
Bequeme Kleidung zum Meditieren, eine Garnitur sehr warme Kleidung (Das Grundstück liegt auf 1000 Meter Seehöhe, es kann in der Nacht auch im Sommer kalt werden), Regenschutz, ein kleiner Rucksack, Wanderschuhe. Decke und Sitzpolster. Wer ein Zelt hat, möge es mitnehmen, es ist genug Platz zum zelten (Zelt = eigenes Zimmer), in diesem Fall Schlafsack und Unterlage mitnehmen. Im Haus gibt es Decken und Pölster, aber keine Überzüge, diese sind mitzunehmen. Ritualinstrumente, soweit vorhanden, erforderlich ist nur eine Mala, nach Möglichkeit auch ein Phurbu. Unbedingt: Eine Armband- oder andere tragbare Uhr (nicht das Handy!).



Zeiten und Organisation

Das Retreat beginnt am Samstag 20. Juni um 12.00, Treffpunkt ist um 11.30 in Schwanberg, Details nach Anmeldung.
Das Retreat endet am Samstag 27. Juni um 12.00
Es ist nicht möglich, nur einen Teil der Zeit am Retreat teilzunehmen.

Kostenbeitrag:
Seminarbeitrag 350,- inkl. Unterlagen, plus 250,- für Unterbringung u. Verpflegung = 600,- Gesamtkosten.
Die Unterbringung erfolgt in einfachen Zimmern.
Ermäßigungen für Mitglieder A. K. und andere regelmäßige Unterstützer auf Anfrage.
Anmeldung:

Die Anzahl der Teilnehmer ist auf zwölf beschränkt, daher ist es unbedingt erforderlich, sich möglichst frühzeitig anzumelden.
Die Anmeldung wird erst durch Überweisung einer Anzahlung von 200,- gültig, Zahlungszweck: Vajrakila, der Rest bar vor Ort. Sollten keine Anmeldungen mehr möglich sein, wird das unverzüglich hier bekannt gegeben.

Anmeldung, Konto

Bitte bei Anmeldung Wohnadresse, Tel. Nr. und Art der Anfahrt (Auto, Bahn) angeben (eventuell Mitfahrgelegenheiten ab Wien), Zelt vorhanden Ja/Nein.



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