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Was der Orden Anuttara Kula NICHT lehrt -

eine notwenige Angrenzung von magisch verbrämten Systemen des Glaubens



Da ich Seminare anbiete und Gruppen wie den A.K. Orden leite, in denen magische Methoden gelehrt und geübt werden, möchte ich erläutern, wofür ich NICHT stehe:

Wahrheit – Glaube – Ideologie

Ich stehe nicht für irgend eine Religion oder Ideologie oder allgemein für eine sogenannte höhere oder spirituelle Wahrheit. Das Wort Wahrheit hat für mich nur im Kontext wissenschaftlicher Methoden einen Sinn, in denen es eine Methode gibt, Wahrheit zu finden. Am weitesten gediehen ist dies in der Mathematik (womit ich mich eine Zeitlang intensiv beschäftigt habe). Das ist deswegen so, weil die Mathematik ihre Objekte selbst definiert, die sie dann untersucht (Fachleute mögen mir die stark vereinfachte Darstellung verzeihen). Wir definieren Axiome, etwa solche, welche die natürlichen Zahlen oder die euklidische Geometrie erzeugen, und fragen uns dann, welche Sätze aufgrund dieser Axiome wahr oder falsch sind und mit welchen Mitteln das bewiesen werden kann. Dass es unendlich viele Primzahlen gibt, ist in diesem Sinn wahr und wird es immer bleiben, selbst wenn andere intelligente Wesen in einer anderen Welt die natürlichen Zahlen bzw. die darin enthalten Primzahlen untersuchen.
Mit der Wahrheit in der Physik sieht es schon nicht so gut aus, da die Physik sich mit "realen Dingen" wie Atomen, Licht, Planeten und so fort beschäftigt. Es gibt zwar unter Physikern einen Konsens darüber, wie die Wahrheit oder Unwahrheit eines physikalischen Gesetzes zu bestimmen sei, aber die Verhältnisse sind auf einer sehr grundlegenden Ebene sehr verwickelt. Ein physikalisches Gesetz trägt eine andere Art von Wahrheit als ein mathematischer Satz (Wiederum bitte ich die Profis demütig um Nachsicht). E ist m mal c-Quadrat mag möglicherweise im ganzen Universum gelten, aber das die Lichtgeschwindigkeit c eine unveränderliche Konstante darstellt, ist nach dem neuesten Stand der Dinge keineswegs sicher, sie könnte sich in einem langen Zeitraum erhöhen oder verringern, wir wissen es nicht, unsere Wahrheit kann durch eine einzige Messung oder Beobachtung zu einer Unwahrheit werden.

In den mathematisierten Wissenschaften wie der Physik, Chemie, Informatik ist eben aufgrund der Mathematisierung ein gewisser, wenn man tief genug bohrt, etwas schwankender, Wahrheitsgehalt gegeben, insbesonders eine Einigkeit unter des Ausübenden, wie der Wahrheitsgehalt zu bestimmen ist. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von "harten Wissenschaften", im Unterschied zu den "weichen Wissenschaften" wie Literaturwissenschaft, Geschichte, Soziologie, Wirtschaftwissenschaften und so weiter. In diesen Gebieten gibt es nämlich keinen allgemeinen Konsens mehr, mit welchen Methoden die Wahrheit oder Unwahrheit einer Behauptung zu zeigen ist. In manchen dieser Gebiete ist der Konsens größer, in manchen kleiner. Ich erwähne zwei Beispiele: Im "Dritten Reich" wurden erwiesenermaßen abscheuliche Verbrechen in riesigem Maßstab begangen, die Faktenlage wird nur von ein paar Sektierern bestritten. Aber es gibt eine gewaltige Unsicherheit über "die Wahrheit", dieser Zeit, welche Ursachen sich wie zu solch einer bestialischen Brutalität aufschwingen konnten, oder wie viele beteiligt waren, wie viele verantwortlich, wie viele etwas gewußt haben. Und das, obwohl viele Tausende Augenzeugen noch leben! Ein anderes Beispiel sind die Wirtschaftswissenschaften, eine Angelegenheit, die alle Menschen tagtäglich betrifft. Ich kenne mich da nicht aus, aber ein studierter Ökonom hat mir versichert, dass es überhaupt keine allgemein anerkannte Theorie der Wirtschaft gibt, sondern einen Streit ganz verschiedener Richtungen, im Grunde von Ideologien. Die Mathematisierung der Ökonomie täuscht über den Wahrheitsgehalt. Man kann alles mögliche ausrechnen, aber wie diese Daten zu interpretieren sind, und was für Folgen etwa für staatliches Handeln daraus resultieren, darüber gibt es keine Wahrheit, sondern nur GLAUBEN, z. B. den Glauben an die sich selbst regulierende freie Marktwirtschaft.

Ich komme zum Punkt: Magie als eine Sammlung von Methoden, welche mittels des menschlichen Geistes verschiedene Ereignisse bewirken können, gehört eindeutig zu den "weichen" Wissenschaften, sie ist gewisserweise ganz besonders weich. Die meisten Wissenschaftler sehen Magie sogar so, dass es gar nicht möglich wäre, sie auf wissenschaftliche Basis zu stellen. All die Teil- und Randgebiete der Magie, wie zum Beispiel Psychologie, Religionswissenschaft, Ethnologie, Mythenforschung, sind mehr oder minder weiche Wissenschaften, das heißt: Es kann in der Magie nicht so etwas wie eine Wahrheit im wissenschaftlichen Sinn geben. Daher ist jede Behauptung von Wahrheit im Kontext magischer Schriften in Wirklichkeit nicht Wahrheit, sondern Ideologie.

Ich betrachte den Begriff Ideologie als eine Anschauung, deren Wahrheit nicht bewiesen werden kann, als GLAUBEN. Wir glauben, dass etwas richtig (ethisch) oder wahr (wissenschaftlich) ist, wir wissen es aber nicht und können es gar nicht wissen. Wenn man das so hört, klingt es recht evident, dass es in den magischen Künsten keine Wahrheit geben kann, aber sehen wir uns den Geist der Zauberer an:

Behauptet man zum Beispiel, dass das lange bewegungslose Einhalten einer definierten Körperstellung zu bestimmten Effekten führt (eine Übung, die Aleister Crowley empfiehlt, siehe Liber E vel Exercitiorum), kann man manche dieser Effekte noch messen (etwa die Fähigkeit, immer länger stillzuhalten ...), manche Effekte aber nicht mehr, sie sind zum Beispiel nur durch Introspektion (weiche Wissenschaft) zugänglich. Es gibt aber in den magischen Schriften noch viel weiter gehende Behauptungen, etwa dass dem Magier eine höhere Intelligenz erschienen ist und Prophezeiungen über die Zukunft der Menschheit gegeben hat. Wir kennen bis heute kein einziges Beispiel einer definierten Zukunftsprophezeiung, die dann tatsächlich eingetreten ist, ohne das es Streitmöglichkeiten wie zu unklare Formulierungen gibt. Also sehr weiche Wissenschaft, Ideologie, Glaube. Ich sage nicht, wie naturwissenschaftlich geschulte Skeptiker es tun würden, dass korrekte Prophezeiungen unmöglich wären oder niemals einträfen (das wäre auch Ideologie!), ich sage nur, dass wir es nicht wissen, ob und wann sie stimmen.

In Wirklichkeit ist KEINE WAHRHEIT zu finden, wenn in einem magischen Buch etwas als wahr behauptet wird, was sich jeder Untersuchung entzieht. Das gilt natürlich auch für alle religiösen Offenbarungen: Sie sind nicht wahr! Subjektive Wahrheiten, Dinge die bei einer bestimmten Person in bestimmter Weise funktionieren, können natürlich leicht gefunden werden. Erhebt man diese subjektiven Wahrheiten aber zu objektiven, etwa aufgrund der Autorität der Seherin (Oberpriesterin der Göttin XY) oder der Autorität des Geistes (Der Engel Gabriel erscheint Mohammed), dann entsteht eine Religion, eine Ideologie, ein Glaube. Ich habe viele Jahre tantrischen Buddhismus (Vajrayana) praktiziert, und dabei die subjektive Erfahrung gemacht, dass mir dieses Geistestrainig bei vielen Angelegenheiten geholfen hat und noch hilft. Aber von der Wahrheit aller Behauptungen in den buddhistischen Büchern bin ich nicht überzeugt, bei vielen Dingen sogar von der Unwahrheit. Der historische Buddha wollte nicht, soweit wir das aus den Quellen wissen, dass seine Schüler irgendetwas glauben oder für wahr halten, er wollte, dass seine Schüler durch Ausführen von ihm empfohlener Übungen zu gewissen Einsichten und Kräften gelangen, weil er durch sein eigenes subjektives Erleben vom Sinn dieser Übungen überzeugt war. Er wollte nicht, dass ihm aufgrund seiner eigenen Autorität geglaubt wird (weil der Buddha, der erleuchtet ist, es sagt, stimmt es). Was ist aus diesem Musterbeispiel pragmatischer Magie geworden? Ein Kult, eine Religion, eine Volkstradition, die unverändert von den Vorfahren übernommen wird, eine Sichtweise, die zwischen richtig und falsch, wahr und unwahr unterscheidet, nicht aus subjektiver eigener Erfahrung heraus, sondern weil der Buddha, die Schriften, der Guru es sagen.

Im Orden Anuttara Kula werden keine Wahrheiten gelehrt, das Eintrittstor in den inneren Orden besteht genau darin, sämtliche geistigen Konzepte, Ideen, Wertvorstellungen, begriffliche Wahrheiten aufzugeben. Dies ist das nonduale Gewahrsein, ein Gewahrsein, welches nicht irgendwelche Vorgänge im Geist als richtig oder wahr und andere Vorgänge als falsch oder unwahr bezeichnet, oder anders gesagt, welches jedes geistige Konstrukt als das erkennt, was es ist: ein geistiges Konstrukt und nicht etwas Wahres oder unabhängig eigenexistent Vorhandenes.





Weder – Noch

Ich stehe nicht für Thelema, den 93-Current, den Left-Hand-Path bzw. die Set-Magie, nicht für hauptsächliches Arbeiten mit qlipothischen Energien oder die Phantastik des Necronomicon. Ich respektiere das alles an sich, ebenso wie Menschen, die diese Richtungen vertreten (solange sie mich in Ruhe lassen), ich habe mich speziell mit dem 93-Current einigermaßen intensiv auseinander gesetzt, ich bin auch nicht so eine Weisse-Magie-Tante, die das alles schrecklich, schwarz, übles Karma bringend findet, einzig - es ist nicht meines. Diese ganze Bewegung ist eine Gegenbewegung zur Lichtseite des Lebensbaums der Kabbala. Sie definiert sich je geradezu selbst als solche, man vergleiche nur die von Kenneth Grant eingeführte, in der Szenerie weitgehend akzeptierte Gleichsetzung Daath/Rückseite des Lebensbaums/Qlipoth = Tunnels von Set = Left-Hand-Path. Diese Bewegung ist notwendig und "naturgemäß", allzuviele Verbrechen wurden im Namen des angeblichen Lichts (IHVH und Sohn) begangen. ABER all das ist keine entitätenfreie Magie, an die Stelle der angeblich positiven, lichtvollen Entitäten (Gott, Engel, Horus, rechtshändiger Pfad) treten eben negative, dunkle Entitäten (Satan, Qlipoth/Dämonen, Set, linkshändiger Pfad), es handelt sich um eine ausgefeilte, machtvolle, NEGATIVE Theologie, oder wie der Magier sagen würde, eine negative Theurgie (ein Zwang, der auf die göttliche bzw. eben ungöttliche Entität geübt wird).

Ich halte die meisten Behauptungen über diese Dinge, die von einer der beiden Seiten vorgebracht werden, für mehr oder minder anzweifelbar (ich drücke mich dezent aus - einiges halte ich für blanken Unsinn). So wird von Anhängern des Left-Hand-Path, also denen die meinen, linkshändiges Hindu-Tantra zu betreiben (Vama Marg), behauptet, dass das rechtshändige Tantra ein Weg der Hingabe und der Demut gegenüber dem Göttlichen wäre, ein Weg der Auflösung des Ego, während der linkshändige Pfad einer der magischen Macht und Selbst-Vergöttlichung wäre. Derlei wurde im Westen erstmals im späten 19. Jahrhundert von Madame Blavatsky behauptet (deren Aussagen über den Hinduismus sehr viel Unsinn enthalten), später unter anderem von Crowley aufgegriffen und wird seither unablässig wiederholt - aber QUELLEN gibt es dafür keine, die Quellen erzählen ganz andere Dinge - etwa dass der linkshändige Pfad ein besonders rascher, daher vergleichsweise gefährlicher Pfad zur Auflösung des Ego wäre.

(Anmerkung: Wer mal einigermaßen vernünftige Literatur über den Left-Hand-Path von jemand lesen will, der tatsächlich bei einem indischen Guru dieses Pfades war: Es gibt darüber drei englische Bücher von Robert E. Svoboda. Wieweit diese mit der tatsächlichen Praxis übereinstimmen, ist eine andere Frage, aber das es nichts mit einem Ego zu tun hat, welches Kraft der "dunklen" Magie immer mächtiger wird, und welches in Konkurrenz mit anderen Egos einem Sozialdarwinismus anhängt, sollte aus der Lektüre klar werden.)

So wie die Magier der Neuzeit ihre Erfolge dem Glauben an Gott und die Engel verdanken sowie der Unterwerfung der Dämonen (man bedenke nur die unselige "Heilige Magie des Abramelin"), so betrachten die heutigen Zauberer eben Oberdämonen, Superdämonen, Extraterrestische Dämonen als Gott und unterwerfen die Kräfte des Lichts. All das ist dualistisch, all das ist GLAUBE, all das enthält eine grundlegende Falschheit, die sich immer einschleicht, wenn man an die eigenen geistigen Projektionen als etwas real vorhandenes glaubt (als unabhängig eigenexistent, wie Buddhisten sagen würden), all das ist notwendig!

Ich stehe nicht für die Chaosmagie von Peter Carroll und Epigonen, obwohl ich mich hier besonders nah fühle und viel gelernt habe, ich glaube weder, dass ein "Zeitalter des Chaos" kommt und schon gar nicht, dass das durch die Riten der Chaosmagier herbeigeführt wird. Das ist nur eine geschickte Weiterführung der Idee von Crowley, der ja auch meinte, ein 1904 beginnendes neues Weltzeitalter zu begründen. Die Idee der Chaosmagie und die Idee einer Ordens-Hierarchie, welche das Chaos gewissermaßen erdet, ist ein Widerspruch in sich, dass es dementsprechend in der Szene zu allerlei Streit und gegenseiten Exkommunikationen kam, ist kein Zufall, sondern Folge dieses Widerspruchs. Habe ich eine Lehre, kann ich über die Lehre streiten, nur wenn ich die Sichtweise von "Nichts ist wahr" WIRKLICH in aller Konsequenz halte, wird es schwer werden, mit mir zu streiten. Wie sagen doch die Anhänger der Prasangika-Madhyamika Sichtweise des Mahayana-Buddhismus: Unsere Position kann nicht widerlegt werden, weil wir keine Position einnehmen (d. h. keinerlei Behauptungen aufstellen)!

Es ist schon wahr, jede echte Hexe beeinflußt die Evolution durch ihre Aktivität in höherem Maß als eines der Millionen dummer Schafe, die den Herrn Ratzinger oder den Herrn Bush oder den Herrn Bin Laden gut finden, aber man sollte hier ein paar Kleinigkeiten nicht übersehen: Es üben einige Einzelpersonen einen sehr großen (meistens recht unangenehmen) Einfluss aus, welche keinerlei Magie praktizieren (und daran, das dies möglich ist, wird sich nicht so bald etwas ändern).
Und, für uns bedeutsamer: Wahre Magie, hohe Magie, Magie die die Praktizierende tatsächlich befreit (vom Glauben befreit!) drückt sich eben individuell aus, wer soweit gekommen ist, will sich keine Vorschriften machen lassen, was sie mit seiner meist recht mühsam erworbenen Kraft zu tun gedenkt. Infolgedessen bildet sich ein weiterer Widerspruch, wenn man die Fahne einer Ideologie oder Religion aufpflanzt (sei sie nun mit positiver oder negativer Theologie) und beabsichtigt, andere Magier dahinter her laufen zu lassen. Genau das geschieht aber in all den vielen Sätzen der magischen Literatur des 20. Jahrhunderts, angeblich (1904!) weiter als die vorigen. Eine Hexe muss nicht "den Wahren Willen finden", sie muss nicht "den Abyssos überqueren", sie muss kein "Gesetz akzeptieren" (wie das Liber AL), sie muss nicht darauf achten, niemandem zu schaden, sie muss aber auch nicht alle bekämpfen, die ihre Standpunkte nicht teilen, sie muss keine Eide ablegen, sie MUSS GAR NICHTS.

Sehr verschiedene, sehr kraftvolle, sehr originelle, sehr kreative Menschen werden nicht so leicht einen Verein bilden, der unter Anleitung eines Vereinsvorstands irgend ein Ziel verfolgt. Das Chaos selbst und die radikale Ablehnung jeder Wahrheit könnten solche Versuche behindern. Was für einen Sinn kann unter diesen Umständen eine Vereinigung von Magiern, ein Orden, eine Loge überhaupt haben?

Eine solche Vereinigung kann Fertigkeiten vermittlen, die man ähnlich wie ein Handwerk nur schwer aus Büchern lernen kann.
Sie kann einen Ausstausch mit anderen Magiern vermitteln, die Inspiration von Freundschaften und erotischen Beziehungen (die wiederum die Basis der magischen Nutzung sexueller Energie bilden) und den intellektuellen Disput, wie er von Wissenschaftlern gepflegt wird.
Sie kann die Möglichkeit bieten, als eine Gruppe magische Akte auszuführen (wobei die Effekte üblicherweise über eine bloße Addition der Kräfte der Teilnehmer hinausgehen!)
Sie kann die Nutzung gemeinsam erworbener Ressourcen bieten, wie Büchern, technischen Geräten, wertvollen magischen Gegenständen, Häusern und Grundstücken, die sich für magische Retreats eignen.

Genau in diesem Sinn ist der magisch-tantrische Orden Anuttara Kula gedacht, als Vereinigung von an den magischen Künsten interessierten Menschen. Er hat kein vorgegebenes Ziel, kein Gesetz, keine Offenbarung, sei es in Form eines Buches oder einer Entität, die irgend eine Richtung hat. Jeder einzelnen Adeptin, die dem Orden angehört, ist es überlassen, was sie tut und was sie läßt, Zusammenschlüsse mehrerer Adeptinnen, etwa zum Zweck eines bestimmten Rituals, dienen nur eben diesem, aber nicht der Postulierung einer Wahrheit oder Unwahrheit. Der Orden bemüht sich, im obigen Sinn zu wissenschaftlicher Arbeit zu motivieren (was hauptsächlich bedeutet, über die Methoden zu reflektieren und nicht etwas als wahr zuzulassen, weil es zum Beispiel ein Geist dem Magier diktiert hat).

Aleister Crowley, das große Enfant Terrible der Magie im 20. Jahrhundert, formulierte in seiner Equinox Serie den Anspruch seines Werkes:

"The Method of Sciene – The Aim of Religion"

Als ich das 1979 erstmals las, hat mich das mächtig beeindruckt. Leider bin ich schon lange zu dem Schluss gekommen, dass dieser Anspruch nicht eingelöst wurde, es gibt in diesem Werk einen grundlegenden Widerspruch zwischen systematischer Arbeit durch Yoga, Ritual und andere Verfahren das Potential des Geistes auszuloten und der Vorwegnahme der Ergebnisse dieser Arbeit in Form göttlicher Offenbarungen, die für die Menschheit gültig sind. 100 Jahre, nachdem dieser Anpruch formuliert wurde, sollten wir einen neuen Anlauf wagen, ihn zu erfüllen.







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