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Anuttara-Kula II: Aufnahme, Ausbildung, Gradstruktur



Struktur des Anuttara Kula

Der A.K. ist in fünf Grade oder Stufen geteilt, jeder Grad hat bestimmte Aufgaben, die absolviert werden müssen, um für den nächsten Grad qualifiziert zu sein.

Die Gradbezeichnungen lauten:
4° Studentin, Student
3° Yogini, Yogi
2° Tantrika, Tantriker
1° Wissenshalter/in der Kraft
0° Wissenshalter/in der Nondualität

Im Folgenden werden die weiblichen Bezeichnungen verwendet.

Die Programme enthalten allgemeine Teile, die für alle Mitglieder gleicherweise gelten, sowie individuelle Teile, die mit dem Lehrer, der in den jeweiligen Grad einführt, abgesprochen werden. Dieser Lehrer wird im folgenden als Superior bezeichnet (geschlechtsneutral) und hält mindestens den 2° oder einen höheren. Der Sinn eines Ordens besteht unter anderem darin, dass er nicht von einer Person abhängig ist, sondern eine kontinuierliche Ausbildung auf hohem Niveau LANGFRISTIG erhält.

Zulassung als Kandidatin für die Aufnahme in den A.K.:
Es gelten folgende Voraussetzungen: Volljährigkeit (in Deutschland, Österreich und der Schweiz: vollendetes 18. Lebensjahr), ausreichende Kenntnis der deutschen Sprache (um an Seminaren des Ordens teilnehmen zu können) sowie der englischen Sprache (um englische Literatur in annehmbarer Zeit lesen zu können), Vorhandensein einer E-Mail-Adresse (die Kommunikation erfolgt wenn nicht persönlich fast ausschließlich per E-Mail), psychisch gesund. Durch die Bewerbung um Aufnahme wird dieser Haftungsausschluss zur Kenntnis genommen.

Aufgaben der Kandidatin:

1. Führen eines magischen Tagebuchs.
Die Kandidatin zeichnet in diesem Buch, welches handschriftlich oder digital geführt werden kann, alle Übungen, Rituale, Meditationen, magische Akte und so weiter auf, die sie ausführt, sowie Träume, Visionen, Ereignisse, die mit der Praxis zu tun haben. Das Führen solcher Aufzeichnungen ist erforderlich, um der Kandidatin einen Spiegel in die Hand zu geben und um eine gewisse wissenschaftlich-neutrale Position gegenüber den Vorgängen im eigenen Bewusstsein einnehmen zu können. Kein Tag sollte ohne Eintrag bleiben. Dieses Tagebuch muss NICHT dem Superior vorgelegt werden.

2. Nondualität:
Die Kandidatin führt regelmäßig Meditationen aus, die zur Erlangung der nondualen Sichtweise dienen. Folgende umfassende Praxisinstruktion kann dabei angewendet werden:
Nonduale Meditation, nonduale Sichtweise
Es werden weder bestimmte Übungszeiten noch bestimmte Übungen verlangt, die Kandidatin sollte sich durch die Praxis über den Wert der nondualen Sichtweise im klaren werden.
Die Kandidatin beginnt mit dem Studium der Literatur zum Thema Nondualität.

3. Gottheitenyoga (optional):
Die Kandidatin übt ein selbst gewähltes Gottheiten-Yoga aus einer beliebigen asiatischen tantrischen Tradition (Buddhismus, Hinduismus, tib. Bon-Tradition). Dieser Punkt ist für die Kandidatur NICHT erforderlich (im Inneren des Ordens aber wohl), er wird hier angeführt, weil Interessentinnen an einer Ausbildung im Anuttara Kula häufig bereits ein Gottheitenyoga üben. In diesem Fall besteht die Anforderung nur darin, diese Übungen ebenfalls im Tagebuch zu dokumentieren.

4. Magische Praxis:
Die Kandidatin entscheidet sich für ein selbst zurecht gelegtes magisches Übungsprogramm und führt dieses durch. Es gibt keinerlei Vorgaben bezüglich der Ziele und Methoden. Das Programm sollte aber die neuere magische Literatur berücksichtigen und nicht von monotheistischen Systemen abhängig sein. Das Programm kann auch spontane Elemente enthalten, zum Beispiel die Herbeiführung eines Ereignisses durch Sigillenmagie aufgrund eines entsprechenden Bedarfes. Es geht darum, dass die Kandidatin Erfahrungen sammelt, ohne sich von höheren Wahrheiten, esoterischen Systemen, Göttern und Geistern aller Art abhänging zu machen.

Vergleiche dazu den Text
Ursprüngliche Magie: Einige vorläufige Feststellungen zu meiner magischen Philosophie


Weitere Informationen zur Kandidatur:

Wenn du als Kandidat aufgenommen werden willst, musst du das per E-Mail bekannt geben. Gib dabei einen kurzen Lebenslauf an, Stichworte genügen: Geburtsdatum, Name, Ausbildung, berufliche Tätigkeit, bisherige Erfahrungen mit magischer, tantrischer oder allgemein spiritueller, esoterischer Praxis. Du erhältst dann nach einigen Tagen vom Superior nähere Informationen. Es ist möglich, dass dir noch weitere Fragen gestellt werden, bevor du aufgenommen wirst. Mit dieser Bestätigung beginnt die Frist zu laufen, die Kandidatur dauert mindestens drei Monate, maximal zwölf Monate (d. h. nach ca. einem halben Jahr solltest du entschieden haben, ob du in den A.K. aufgenommen werden willst, die Aufnahme selbst kann unter Umständen erst später stattfinden, da du dazu zum Sitz des Superiors kommen musst.)



Zulassung als Studentin, 4° A.K.:
Wenn du in den Orden eintreten willst, musst du das wieder per E-Mail mitteilen. Du wirst dann von den nächst möglichen Terminen für die Aufnahme in Kenntnis gesetzt werden. Im Gegensatz zur Kandidatur erfordert die Aufnahme persönliche Anwesenheit. Für alle Kandidatinnen können individuelle Termine für die Aufnahme vereinbart werden.
Die Aufnahme erfolgt im Rahmen einer kurzen Zeremonie, im Verlauf derer bestimmte interne Instruktionen des Ordens eröffnet werden. Die Mitgliedschaft im 4° A.K. verursacht Kosten von 25,- pro Monat (Dauerauftrag), für Paare, die gemeinsam in den 4° eintreten, nur 35,- für beide. Die Gegenleistung seitens des Ordens besteht in einer individuellen Betreuung bezüglich des Übungsprogramms, und einer deutlichen Ermäßigung (ca. 20 Prozent) für alle Veranstaltungen der "Akademie für Naturreligionen und indo-tibetisches Tantra" (Der monatliche Beitrag entspricht einer Mitgliedschaft als außerordentliches Mitglied in diesem Verein).
Mailadresse und Kontoverbindung


Generelle Regeln für alle Grade:

Die Verbindung mit dem Orden bzw. dem Superior kann für Inhaberinnen aller Grade jederzeit durch eine schriftliche Mitteilung (E-Mail) an den Superior unterbrochen werden (Beurlaubung) oder ganz beendet werden (Austritt). Die Identität anderer Ordensmitglieder sowie die internen Instruktionen des Ordens sind auch nach dem Austritt geheim zu halten. Der Orden gestattet es selbstverständlich, zu anderen Lehrern hinzugehen und andere Lehren zu üben, bei sehr dualistischen Lehrern oder solchen, die fordern, ausschließlich ihr eigenes Programm zu absolvieren, wird es allerdings zu einer Inkompatibiliät mit dem A. K. kommen, das Vorgehen in einem solchen Fall liegt völlig in der Entscheidung des Ordensmitglieds.

Es ist nicht erforderlich, an irgendwelche höheren spirituellen Wahrheiten zu glauben, im Gegenteil sind sämtliche Formen des Für-Wahr-Haltens intellektueller Konzepte, wie sie von zahlreichen religiösen, spirituellen und philosophischen Richtungen angeboten werden, für die Erfahrung der nondualen Sichtweise, welche ein zentrales Thema des Ordens darstellt, eher hinderlich.

Dieser wesentliche Punkt wird hier näher erläutert:
Was der A. K. NICHT lehrt - eine notwenige Abgrenzung von magisch verbrämten Systemen des Glaubens



Nichtsdestotrotz wird von allen Mitgliedern erwartet, sich in einer Ethik des Nicht-Schädigens anderer Wesen zu üben, egal ob andernfalls die Karmahölle droht oder eben nicht. Das Wesen dieser Ethik ist das spontan entstehende, nicht-unterscheidende Mitgefühl, welches untrennbar mit der nondualen Sichtweise verbunden ist.

Gruppen-Treffen und -Retreats von Inhaberinnen des gleichen Grades werden organisiert. Es gibt im Orden sowenig Regeln und Gesetze wie nur möglich, Details werden in den jeweiligen Graden bekannt gegeben.


Aufgaben der Studentin 4° A.K.

  • Bearbeiten einer Leseliste (Leseliste 4°, für alle gleich).
  • Magisches Tagebuch.
  • Nonduale Meditation, nach Möglichkeit täglich.
  • Tantrisches Gottheitenyoga, dieses bildet auch das Thema eines mindestens zweiwöchigen Einzelretreats.
  • Praxis einer traditionsunabhängigen Instruktion zur Aktivierung des feinstofflichen Energiesystems (Zentralkanal und Chakras):
    Liber X-Transform
  • Ständiges magisches Übungsprogramm (Basisübungen zur Erlangung höherer Bewusstseinskräfte).
  • Mindestens siebentägiges Einzelretreat für das magische Übungsprogramm.
  • Ablegen einer Prüfung zum Verständnis der Grundlagen des Tantra und der magischen Praxis.
Der 4° kann in 1-2 Jahren absolviert werden.
Die Aufnahme in den 3° erfolgt nach Bewerbung im Lauf eines längeren Rituals durch den Superior. Im Lauf dieses Rituals nimmt der künftige 3° einen selbst gewählten magischen Namen an, welcher die Natur des individuellen magischen Willens ausdrückt.

Aufgaben der Yogini 3° A.K.

  • Bearbeiten einer individuellen Leseliste.
  • Magisches Tagebuch.
  • Nonduale Meditation (vertieft).
  • Tantrisches Gottheitenyoga (vertieft, inklusive zwei Wochen Retreat).
  • Allgemeines magisches Übungsprogramm.
  • Magisches Übungsprogramm zu einem speziellem selbst gewählten Thema (Beispiele für Themen: Runenmagie, babylonische Magie, Zos Kia, magisches Heilen, Kommunikation mit Pflanzengeistern, es gibt eine Vielzahl möglicher Themen).
  • Mindestens zwei Wochen Retreat zu diesem Thema.
  • Mindestens vier Wochen Reise in eines der Ursprungsländer des Tantra (Indien, Nepal, Tibet, Bhutan, ...).
  • Praxis des Ordens-Egregors (einer Intelligenz, welche die zentralen Funktionen und Aufgaben des Ordens verkörpert, der Kontakt dazu wird während des Aufnahmeritus in den 3° hergestellt).
  • Ablegen einer Prüfung über die gewählte tantrische Praxis und das gewählte spezielle magische Übungsprogramm.
Am Ende des 3° sollte die befriedigende Regelung aller Beziehungsfragen und aller organisatorischen Fragen (Familie, Beruf) im Sinne des weiteren Fortschreitens auf dem Pfad stehen, durch Anwendung der magischen und tantrischen Methoden sollte die Yogini ihre persönliche Umwelt gemäß der eigenen Wünsche formen können. Das Absolvieren des 3° wird im Allgemeinen 3-5 Jahre in Anspruch nehmen. Zum Vergleich: Das Absolvieren der traditionellen vorbereitenden Übungen im Vajrayana-Buddhismus (Ngön Dro) dauert bei mindestens 2 Stunden Übungszeit täglich mindestens drei Jahre, damit ist aber noch nichts im Sinn der obigen Zielsetzungen gewonnen, außer, dass man eben "ein Ngön Dro fertig hat"

Die Aufnahme in den 2° erfolgt nach Bewerbung an den Superior (der in diesem Fall den 1° innehaben muss).

Aufgaben der Tantrika 2° A.K.

  • Nonduale Meditation mit mindestens zwei Wochen radikaler Naturerfahrung.
  • Tantrisches Gottheitenyoga, ein anderes als das bisher geübte System
  • Beliebiges magisches Übungsprogramm.
  • Spezielles Zos Kia Programm (Weg zu den Ahnen, Stelenmagie, tierische Atavismen)
  • Mindestens insgesamt drei Monate beliebige Einzelretreats.
  • Praxis des Ordensegregors (fortgeschritten).
  • Ausführliche schriftliche Arbeit zu einem beliebigen tantrischem oder magischem Arbeitsgebiet.
In den 1° werden Inhaberinnen des 2° eingeladen, wenn eine Mehrheit der Inhaberinnen des 1° das befürwortet.

Aufgaben der "Wissenshalterin der Kraft" 1° A.K.

Die 1° Wissenshalterin darf tun und lassen was sie will, sie wird aber gebeten, in beliebiger Form zu unterrichten und dazu ein eigenes System zu entwickeln, das heißt, einen eigenen unabhängigen Zweig des A.K. zu gründen.

Der A.K. hat kein Oberhaupt, sondern wird kollektiv von den Inhaberinnen des 1° geführt. Die Identität der Inhaberinnen des 1° ist allen Ordensmitgliedern bekannt.

Einweihungen in traditionelles Tantra dürfen nur Linienhalter geben, die von anderen Linienhaltern bestätigt wurden, das wird für die typische 1° Inhaberin im allgemeinen nicht der Fall sein, es sei den, sie hat eine traditionelle Ausbildung gemacht (im Vajrayana im allgemeinen mit mindestens einem Dreijahres Retreat verbunden, was zeitmäßig noch viel aufwändiger ist als der Kurs im Anuttara Kula, abgesehen davon behindert ein Dreijahresretreat meistens die berufliche Karriere beträchtlich).

Inhaber des 1° sollten in der Lage sein, nur noch Dinge zu tun, die sie wirklich interessieren, und daraus ein ausreichendes Einkommen zu erzielen (Das kann auch die Entscheidung sein, eine lukrative Tätigkeit weiter auszuüben, die nichts mit den Inhalten des A.K. zu tun hat. Mitglieder des A.K. werden durch ihr geistiges Training auch im Inneren eines Industriekonzerns neue Möglichkeiten finden).

Aufgaben der "Wissenshalterin der Nondualität" 0° A.K.

Die 0° Wissenshalterin gibt alles auf und versenkt sich völlig in die Nondualität. Sie nimmt diesen Grad vor einer Zeugin des 1° an und muss selbst wissen, wie sie diesen Grad erlangt und erfüllt. Ihre primäre Aufgabe besteht darin, zu verhindern, dass im 1° religiöse dualistische Systeme oder absolute höhere Wahrheiten eingeführt werden. Wer den 0° angenommen hat, wissen nur die Inhaber des 1°.



Dieses Dokument kann verändert werden, es enthält auch nicht alle Details, weil vieles nur für die Inhaber der einzelnen Grade relevant ist. Aktuell gültig ist die Version auf dieser Webseite, alle Mitglieder werden von inhaltlichen Änderungen in Kenntnis gesetzt.

Gegeben zu Lammas (31.Juli) 2006 era vulgari in Wien,
in einigen Punkten verändert zu Lichtmess (1. Februar) 2008 e. v.,

Vamaraja 1° A.K.






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